09.03.2017 "Jobs for Future ist eröffnet: Viel Action, viele Infos, viele Tipps"

Die Berufemesse Jobs for Future ist eröffnet: 287 Aussteller beraten bis Samstag an ihren Ständen auf dem Messegelände Villingen-Schwenningen in persönlichen Gesprächen und geben individuelle Tipps für alle Phasen des Berufslebens – inklusive viel Spaß beim Ausprobieren von Aktionen. Tausende strömten in die Messehallen.

Villingen-Schwenningen – „Hier können die Auszubildenden auf Augenhöhe mit Ausbildern sprechen“, lobte IHK-Präsident Dieter Teufel, der die Jobs for Future am Donnerstag offiziell eröffnete. Er erinnerte auch daran, dass es früher nach einer Ausbildung oft „stur bis zur Rente“ weiterging. Heute aber gebe es „viele verschiedene Schienenstränge dahin“, weshalb die Fülle an Weiterbildungsangeboten ebenfalls wichtig sei. Oberbürgermeister Dr. Rupert Kubon, der nach eigener Aussage schon bei der ersten der mittlerweile 15 Jobs for Future-Messen dabei war, betonte, dass es genau diese Messe sei, die alle wichtigen Partner für Arbeitsplätze, Aus- und Weiterbildung zusammenführe.

Gebannt hörten Eröffnungsgäste, Besucherinnen und Besucher Boris Grundl zu. Der Top-Trainer aus Trossingen hielt den Impulsvortrag zum Thema „Leading Simple – Führen kann so einfach sein.“ Sein kurzweiliger Vortrag endete darin, dass weniger das Kennen, sondern das eigene Können wichtig sei. Nicht das Erzählte eines Mitarbeiters reiche, sondern das Erreichte zähle. Er forderte daher auf, „mehr Brennglas, weniger Gießkanne“ zu sein.

Aktionen, Aktionen: An den Ausstellerständen wird getestet und ausprobiert. Beliebt sind bei vielen jungen Leuten die sogenannten VR-Brillen. Mit ihnen erlebt man eine Virtuelle Realität. Beispielsweise Rennfahren mit VR-Brille bei der Volksbank Schwarzwald-Baar-Hegau: „Das ist schon komisch darin, aber cool“, kommentierte Moritz Zimmermann, Azubi Verfahrensmechanik, seine rasende Fahrt. Und bei Aesculap wird mithilfe einer VR-Brille operiert. Schleimmonster müssen exakt entfernt werden – rein virtuell. Gleich gegenüber bei Continental begeistert ein großes Ausstellungsstück, das Azubis alleine gebaut haben: Ein Lkw-Simulator mit neuestem Cockpit und lauter Produkten von Continental, die in Villingen-Schwenningen produziert werden. Ausbildungsleiter Clemens Boog verriet am Donnerstag sichtlich mit Stolz: „Das war echte Just-in-time-Produktion. Erst gestern hat unsere Maschine funktioniert.“ Zuschauer beobachten die Fahrkünste am Simulator amüsiert: Manch Besucher landet schnell im Straßengraben – auf dem Bildschirm. Eine ruhige Haltung verlangt das Geschicklichkeitsspiel bei ED-Netze. Dort muss man mit einer Schlaufe am „heißen Draht“ vorbei, ohne ihn zu berühren – sonst klingelt’s. Gehämmert wird in der Halle D gleich an zwei Ständen. Feste draufhauen heißt es beim Nagelcontest der Bau-Innung. Und einige Stände weiter werden akribisch Vogelnistkästen zusammengenagelt, die anschließend mitgenommen werden dürfen. Bei der Dualen Hochschule BW Villingen-Schwenningen werden nach dem Speed-Dating-Prinzip in nur 20 Minuten Schülerfirmen gegründet. Für die Vormittage haben sich meist Gruppen angemeldet, an den Nachmittagen kann man unangemeldet mitmachen.

Messe-Splitter

Ein Winzling sorgt für Furore

Die ¾-Platine einer Taschenuhr – quasi das Herz einer Uhr – war noch vor einem Jahr Prüfungsbestandteil und damit Gesellenstück an der Staatlichen Feintechnikschule in Villingen-Schwenningen. Man braucht schon eine Lupe, um dieses Miniatur-Uhrwerk mit seinen beweglichen Teilchen beobachten zu können. Prüfung also bestanden, Geschäftsidee entwickelt und sofort in eine Marktlücke gestoßen: Kilian Leschnick gründete jetzt seine eigene Uhren-Manufaktur. 15 Exemplare werden produziert, neun sind bereits vorbestellt. Preis wird nicht verraten. Paul-Thomas Weich, Studiendirektor an der Feintechnikschule, sieht sich durch solche Meisterleistungen bestätigt: „Da es dafür einen Markt gibt, sind wir auf dem richtigen Weg mit unserer Ausbildung.“ Der Prototyp ist nicht am Stand der Feintechnikschule zu begutachten, sondern als eines der besonderen Exponate beim UFO-Parcours - unweit vom schwarzroten BMW i8. Man spielt schon in derselben Liga.

 

INFO

Die Jobs for Future – Messe für Arbeitsplätze, Aus- und Weiterbildung findet noch  bis 11. März 2017 auf dem Messegelände in Villingen-Schwenningen statt und ist täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Eintritt und Parken frei. Weitere Informationen im Internet unter www.jobsforfuture-vs.de.